Der HSV hat halt einen David Rojban…

 Einen zumindest in dieser Höhe nicht erwarteten 28:21 (13:14)-Heimsieg gegen den Erzrivalen TSV Birkenau feierte der HSV Hockenheim und festigte damit seine gute Mittelfeldposition in der Handball-Badenliga. Dieser Sieg muss umso höher bewertet werden, weil der HSV an diesem Spieltag wieder einmal von ganz großen Personalsorgen verfolgt wurde, die nun schon permanent die ganze Saison anhalten. Neben Urlauber Sergiu Dumitru und dem Langzeitverletzten Felix Gubernatis gesellte sich kurzfristig auch noch der gerade groß in Fahrt gekommene Simon Gans (Grippe) und zu allem Überfluss brach sich Mitte der ersten Halbzeit auch noch Max Rausch den großen Zeh am linken Fuß und fällt somit auch längere Zeit aus. Nur gut, dass sich Pascal Freiseis nach überstandener Knöchelverletzung wieder gesund zurückgemeldet hat und der junge Linkshänder Rouven Hoffmann zur Verfügung stand.

 Dass am Ende dennoch der glatte 28:21-Heimsieg gegen die Birkenauer, die zuletzt meist gegen Hockenheim Sieger geblieben waren, zu Buche stand, verdankt der HSV verschiedenen positiven Aspekten: Zum einen lieferte die Rumpf-Truppe ein ungemein einsatzfreudiges, kampfbetontes Spiel ab, war von Coach Daniel Müller taktisch bestens auf den Kontrahenten eingestellt und hatte in Torwart David Rojban, der seinen Kontrakt mit dem HSV übrigens gerade verlängert hat, den ganz großen Rückhalt. Mit 23 (!) parierten gegnerischen Würfen spielte sich Rojban in den Vordergrund und wollte selbst von Lob nicht viel wissen. „Ich freue mich in erster Linie für mein Team, das nach der Viernheimer Niederlage wieder voll in Tritt ist und habe meine Leistung übrigens meinem Vater gewidmet, der heute Geburtstag hat und in der Halle mitgefiebert hat..“, meinte der 23-Jährige nach seinen Glanztaten.

 Ganz groß in Fahrt waren bei den Rennstädtern aber auch noch andere. „Kraftpaket“ Philippe Schinke übernahm nach Rauschs Ausfall noch mehr Verantwortung und steuerte sieben blitzsaubere Tore bei. Alexander Diehm steckte seine Schulterschmerzen weg und war kaum zu bremsen, Routinier Jan Axel Jost imponierte mit feiner Technik und Pascal Freiseis zeigte sich vom Siebenmeter-Punkt wieder treffsicher. Und weil Marius Meyer, Tim Anschütz, Mirko Hess und Marcel Schwögler zusätzlich in der Defensive unermüdlich ackerten, wurden die Südhessen – zumindest in der zweiten Halbzeit – in die Statistenrolle gedrängt. Kein Wunder, dass HSV-Trainer Müller hernach hochzufrieden war: „Wir haben personelle Handicaps weggesteckt, mein Team hat tollen Charakter gezeigt. Die letzte Niederlage in Viernheim haben wir gut verdaut. Heute sind alle bis an die Grenzen gegangen. Das Team hat Gesamtlob verdient, auch weil es die taktischen Vorgaben fast alle umgesetzt hat…“

 Erwartungsgemäß gestaltete sich der Beginn des Spiels für den HSV recht schwierig. Beide Rivalen schenkten sich nichts und so blieb es im ersten Durchgang bei wechselnden Führungen. Auch nach dem 13:14 zur Pause sah es lange nicht nach einem deutlichen Hockenheimer Erfolg aus. Doch nach Diehms Treffer zum 20:17 (43.) war der HSV nicht mehr zu bremsen. Freiseis (2) und Schinke (3) führten Hockenheim mit dem 25:19 (55.) dann endgültig auf die Siegerstraße…

 HSV: Rojban, Lang; Hoffmann, Freiseis (5/3), Anschütz (1), Schwögler (2), Hess (1), Diehm (5), Rausch (3), Jost (3), Meyer (1), Schinke (7).

 teu

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