Das hatte sich der HSV ganz anders vorgestellt

 Eine bittere 24:29 (13:16)-Niederlage hat der HSV Hockenheim in der Handball-Badenliga bei der zweiten Mannschaft des Drittligisten HG Oftersheim/Schwetzingen kassiert und enttäuschte damit nicht nur die Hockenheimer Verantwortlichen, sondern auch die zahlreichen mitgereisten HSV-Fans, die an diesem Abend in der Oftersheimer Karl-Frei-Halle ihre Mannschaft einfach nicht wieder erkannten. Und dabei waren die Voraussetzungen eigentlich recht gut. Philippe Schinke, Simon Gans und Alexander Diehm hatten ihre Verletzungen mehr oder weniger gut auskuriert, Eli Balci startete nach vierteljähriger Pause sein Comeback, Felix Gubernatis und Pascal Lang standen allerdings noch nicht zur Verfügung. Mit jetzt 19:23 Punkten müssen die Hockenheimer achtgeben, nicht nach unten in der Tabelle durchgereicht zu werden, denn die bedrohten Teams gewinnen derzeit ein ums andere Mal.

 Wie schon in den vergangenen Begegnungen in Bretten und zu Hause gegen die SG Pforzheim-Eutingen II entwickelte sich beim HSV ein wahres Fehlwurffestival, das dieses Mal sogar noch gegenüber den letzten Wochen übertroffen wurde. Alexander Diehm, Marcel Schwögler und Tim Anschütz hätten das Spiel ganz alleine entscheiden können, wenn sie ihre Vielzahl an freien Chancen verwertet hätten. Allein sechs Konter wurden nicht im HG-Tor untergebracht und bei einem Dutzend freier Möglichkeiten stand ihnen der gegnerische Keeper Marius Gabel im Weg, der an diesem Tag das Prädikat „Superklasse“ verdient hat. Aber auch sein Gegenüber David Rojban zeigte eine überdurchschnittliche Leistung, kam an „Teufelskerl“ Gabel aber nicht heran.

 Die Hockenheimer Akteure müssen sich fragen lassen, ob sie die Saison schon Wochen vor dem Ende bereits abgeschrieben haben. In der Abwehr klafften Lücken, fehlte oft die Abstimmung und in der Offensive waren die Hockenheimer an diesem Tag einfach nicht Badenliga-reif. Der HSV ließ einfach Emotionen vermissen, die zu Beginn der Rückrunde für einen deutlichen Leistungs-Schub gesorgt hatten. Während HSV-Betreuer Hubert Renz das Ganze nur kurz mit den Worten: „Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt…“ abtun wollte, wurde Hockenheims Trainer Daniel Müller schon deutlicher: „Ich kann mir einfach unseren Blackout vor dem gegnerischen Tor nicht erklären. Wir lassen derzeit die besten Möglichkeiten aus und werden prompt bestraft. So kann es nicht weitergehen. Wir müssen in den jetzt noch folgenden fünf Meisterschaftsspielen unbedingt wieder die Kurve kriegen…“

 Im ersten Durchgang sah es noch nicht einmal so schlecht für die Gäste aus, die in der 11. Minute durch Pascal Freiseis sogar 6:4 in Führung lagen. Freiseis, Schinke und Gans waren es, die in dieser Phase des Spiels den HSV „am Leben erhielten“. Aber schon bei der 16:13-Führung der HG zur Pause bahnte sich das Hockenheimer Dilemma an. In der Folge behauptete der Gastgeber lange Zeit zumindest eine Drei-Tore-Führung. Erst in der 44. Minute wurde es durch Schinkes Anschlusstor zum 22:21 kurz spannend, doch Alexander Leibnitz (2), Christoph Lahme und Valentin Demel stellten auf 26:21 – und damit war das Spiel entschieden.

 HG II: Gabel, Herb; Geisler (4), Lux, Fink (2), Fendrich, Dexheimer (7/6),Demel (5), Wiegand (2), Leibnitz (4), Lahme (4), Hakic, Hahne (1).

 HSV: Rojban; Freiseis (3/2), Anschütz (2), Schwögler (1), Rausch (n.e.), Balci (2), Hess (1), Diehm (1), Gans (7), Dumitru, Meyer (3), Schinke (4). 

 teu

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