Nichts für schwache Nerven war der Badenliga-Vergleich der HSV-Ballwerfer mit der gastgebenden HG Oftersheim/Schwetzingen 2. Vom Handballerischen her eher sehr magere Kost, bot die Partie dafür einiges an Spannung und Kampfgeist. Gerade während der Schlussphase überspannte sich der Spannungsbogen nahezu, mit dem besseren Ende für die Gäste. Mit 22:23 (09:11) durften die Rennstädter den zweiten Erfolg hintereinander feiern.
Beide Seiten mussten jedoch auf wichtige Spieler verzichten. Während bei der HG vor allem Shooter Thorsten Micke vermisst wurde, fehlten beim HSV neben den Langzeitausfällen noch Pascal Lang, Max Rausch und Felix Gubernatis. Dennoch gelang den Gästen ein durchaus gelungener Start, denn selbige setzten sich früh auf 00:03 ab (06.). Unmittelbar mit seinem Treffer zu eben jenem Spielstand ließ sich Kreisläufer Tim Anschütz aus der Emotion heraus zu einer verbalen Äußerung gegenüber seinem Gegenspieler hinreißen (eine Schiedsrichterbeleidigung, wie fälschlicherweise medial dargestellt, lag definitiv nicht vor…) und flog mit der Blauen Karte vom Feld. Daraufhin besorgten die besten Werfer der Hausherren, Christoph Lahme und Christian Fendrich, wieder den Ausgleich (03:03/ 09.). Doch der HSV fing sich zügig wieder und stellte über seine rechte Achse den alten Abstand erneut her (03:06/ 12.). Von jetzt an waren spielerische Glanzmomente Mangelware, aber dennoch hielten die Gäste ihren Vorsprung (08:11/ 28.), auch weil beide Teams massig Fehler produzierten. Erst zur Halbzeit vermochte es die Drittliga-Reserve, dichter aufzuschließen (09:11).

Den Anfang der zweiten Spielhälfte verschliefen die Rennstädter dann völlig und erlaubten es der HG, trotz Unterzahl, zum 11:11-Gleichsstand einzuwerfen. Urplötzlich waren die Hausherren gar mit 14:12 vorne (40.). Doch der HSV brach nicht ein, nahm den Kampf an und fightete sich wieder heran. „Auch wenn es nicht gerade gut gelaufen ist, war es nach dem Lauf von Oftersheim/Schwetzingen wichtig, mit Kampfgeist dagegenzuhalten. Damit haben wir uns während dieser Phase im Spiel gehalten“, analysierte Simon Gans unmittelbar nach Spielende. Nach einem verwandelten Strafwurf und einem Konter von Osman Sidaoui wähnte die Kalabic-Truppe nachfolgend den Vorteil wieder auf ihrer Seite. Doch das Fehlerfestival beider Mannschaften ging munter weiter und Keeper David Rojban hielt seine Farben mit einigen Glanztaten im Spiel. Besonders sehenswert war ein mit dem Fuß gehaltener Wurf auf das leere Tor beim Hereinlaufen. Lahme bei den Gastgebern und Philippe Schinke für den HSV hatten zwischenzeitlich jeweils das Zepter übernommen und bei noch gut anderthalb Minuten Restspielzeit prangerte ein 22:22-Unentschieden auf der Anzeigetafel. Gans wuchtete nun seinen Versuch hinter die Linie und im Gegenzug parierte Rojban den letzten Wurf. Ein Sieg, für den es alles Andere als einen Schönheitspreis geben wird, der aber mit Nehmerqualitäten und Kampf verdient wurde.

„Das war heute eine echte Nervenschlacht. Ich habe selten ein Spiel mit so vielen Fehlern gesehen und auch noch gewonnen. Natürlich waren wir arg dezimiert und ohne Alternativen, doch wir haben zwingend vieles besser zu machen. Aber wir haben gebissen und die Zähler geholt, damit bin ich zumindest zufrieden“, so ein sichtlich erleichterter Admir Kalabic nach der turbulenten Begegnung. Als nächstes begrüßt der HSV am 08.10. um 17:30 Uhr den TV Hardheim zum Heimspiel.

HSV: Rojban; Hoffmann, Skade (3/1), Sidaoui (2), Anschütz (1), Meyer (3/2), Diehm (2), Haasis (n.e.), Gans (6), H. Gubernatis (1), Schinke (5).

ra

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