Auch im fünften Auswärtsspiel der Saison blieb der HSV Hockenheim in der Handball-Badenliga ohne Fortune. Beim Tabellenvorletzten TSG Wiesloch verlor die Mannschaft von Trainer Admir Kalabic am Samstagabend deutlich mit 21:28 (9:13) und rutschte mit 7:15 Punkten in der Tabelle auf den drittletzten Rang ab. 

 

Vom Anwurf weg entwickelte sich in der Stadionhalle zunächst bis zum 2:2 durch Tim Anschütz in der 9. Minute eine ausgeglichene wie torarme Partie. Hockenheim agierte wie im letzten Heimspiel mit einer aggressiv-offensivenDeckungsvariante und startete mit Lukas Peter anstelle von Robbie Sowden zwischen den Pfosten. Nach zehn Minutengingen die Gastgeber dank einer kurzen Drangphase mit 5:2 in Front, ehe der HSV in Person von Sandro Ziegler via Doppelschlag zur Mitte der ersten Halbzeit den 4:5-Anschluss aus Sicht der Gäste herstellte. In der Folge hielten die Blauen gut mit, erst die einzige Zwei-Minuten-Strafe des Spiels auf Seiten des HSV gegen Rouven Müller sorgte dafür, dass die Hausherren in Überzahl ihre Führung erneut ausbauten auf 11:8. Mit einem Mann mehr nach einer Strafe gegen Wieslochs Kevin Körner gelang es dem HSV danach nicht, den Rückstand zu minimieren: während Hockenheims Mittelmann Eric Erles einen Siebenmeter nicht im Gehäuse der TSG unterbringen konnte, gelang Sebastian Hecker eine Minute vor der Pause in Unterzahl gar der Treffer zum 13:9-Halbzeitstand.

 

Kurz nach dem Seitenwechsel sollte Anschütz’ Tor zum zwischenzeitlichen 10:14 aus HSV-Sicht das letzte Erfolgserlebnis im Angriff sein für rund sieben Minuten, in denen TSG-Torwart David Böhler seinen Kasten sauber hielt. Mit vier Toren innerhalb von vier Minuten setzte sich Wiesloch auf 10:18 ab, ehe Trainer Kalabic mit der Auszeit die Notbremse zog. Wenngleich Rechtsaußen Rouven Hoffmann kurz darauf das erlösende 11:18 in der 39. Minute markierte, blieb die große Aufholjagd der Gäste aus. Im Gegenteil: Knapp zehn Minuten vor dem Ende sorgten Wieslochs Benny und Nico Maier sowie Hecker mit ihren Treffern für eine Elf-Tore-Führung der Gastgeber (24:13). Erst eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Simon van de Locht half Hockenheim bei der Ergebniskosmetik, als Denis Kalabic den einzigen von insgesamt vier Siebenmeterversuchen im Tor der TSG versenkte und die Treffer von Erles, Hoffmann und Anschütz rund fünf Minuten vor Schluss den Rückstand auf 19:25 verkürzten. Rückraumschütze Florian Sauter, mit acht Treffern herausragender Akteur auf Seiten der Wieslocher, ließ mit seinem Tor zum 26:19 jedoch keine Zweifel mehr am zweiten Heimsieg seines Teams in dieser Saison aufkommen. Teamkollege Luca Baust sorgte mit der Schlusssirene für den 21:28-Endstand aus Sicht der Rennstädter.

 

Eine Erklärung für die dramatische Auswärtsmisere des HSV in dieser Runde konnte Abteilungsleiter Stefan Kögel anschließend nicht liefern. Die erste Halbzeit war noch in Ordnung. Klar haben wir auch da Fehler gemacht und nur neun Tore erzielt, aber es wäre in der zweiten Hälfte noch alles drin gewesen. Nach der Pause haben wir den Beginn der zweiten Halbzeit total verschlafen, waren im Angriff zu ideenlos und plötzlich hat es auch in der Abwehr nicht mehr gepasst. Mit der noch offensiveren Deckungsvariante sind wir dann ein bisschen näher herangekommen, auch wenn das Spiel zu diesem Zeitpunkt schon verloren war. Aber es ging auch darum, das Ergebnis ein bisschen freundlicher zu gestalten“, so Kögel. Eigentlich wollten sich die Hockenheimer bereits in der Hinrunde frühzeitig von den unteren Ligarängen verabschieden, doch nun steckt die Kalabic-Truppe Ende November erneut im Tabellenkeller.

 

HSV: Lukas Peter, Robbie Sowden; Rouven Hoffmann (3 Tore), Florian Rech, Sandro Ziegler (2), Tim Anschütz (3), Rouven Müller (2), Felix Gubernatis (1), Alexander Diehm(1), Eric Erles (6), Denis Kalabic (3/1), Manuel Haasis.

Benedikt Klenk (bkl)

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