Der HSV hadert auch mit fehlendem Spielglück

 Die zweiwöchige Spielpause ist dem HSV Hockenheim in der Handball-Badenliga nicht gut bekommen, denn beim Tabellenletzten TV Bretten reichte es jetzt nur zu einem 25:25 (9:11)-Unentschieden. Damit hat sich die Truppe ums Trainer-Gespann Daniel Müller / Hendrik Nees wohl auf den 6. Tabellenrang verbessert, doch mit einem Erfolg hätte sich der HSV noch näher ans Verfolgerfeld des bereits als Meister und Aufsteiger feststehenden Primus TSV Amicitia Viernheim heran schieben können.

Wie schon so oft in dieser Saison hatten die Rennstädter wieder einmal mit großen Personalsorgen zu kämpfen. Während Felix Gubernatis und Eli Balci noch einige Zeit ausfallen, versuchten es Max Rausch und Alexander Diehm vor der Partie, doch nach dem Warmmachen signalisierten beide: „Es geht nicht…“ Dafür sprang der junge Rouven Hoffmann in die Bresche. Doch das erneute Improvisieren mit ganz neuen Formationen klappte dieses Mal nicht so optimal wie vor kurzem im Spiel gegen die Birkenauer. Das lag aber auch daran, weil die vom Abstieg stark gefährdeten Brettener bis unter die Fingerspitzen motiviert waren und um jeden Zentimeter kämpften. Es entwickelte sich deshalb ein wahrer Handball-Fight mit zahlreichen Zeitstrafen und zwei roten Karten wegen dreimal zwei Minuten gegen die Hockenheimer Sergiu Dumitru und Marius Meyer. Das Strafen-Verhältnis 5:10 stieß im HSV-Lager allerdings auf großes Unverständnis gegen die Spielleitung. Vor allem in den letzten zehn Minuten musste Coach Daniel Müller seine Mannschaft mehrfach beruhigen, denn zeitweise auch in zweifacher Unterzahl musste der HSV das Spiel zu Ende bringen. 

 Der HSV hatte in der ersten Halbzeit seine liebe Last, verspielte zahlreiche Bälle, ließ beste Möglichkeiten aus und hatte sich bei Keeper Pascal Lang zu bedanken, dass der zeitweise Vier-Tore-Rückstand noch im Rahmen blieb. Erst ab der 25. Minute fand Hockenheim zu einem einigermaßen durchdachten Spiel, verkürzte den Rückstand bis zur Pause auf 9:11. Danach schien eine andere HSV-Mannschaft auf dem Feld, die jetzt konsequenter ihre Chancen nutzte, doch immer wieder – auch durch umstrittene – Zeitstrafen aus dem Rhythmus gebracht wurde. Simon Gans (7), Mirko Hess (4) und Pascal Freiseis (6/2) hatten endlich ihre Visiere justiert und Tim Anschütz arbeitete am Kreis effektiv. In der 42. Minute fiel durch Tim Anschütz endlich die Hockenheimer 16:15-Führung und nicht nur der lautstarke HSV-Tross hoffte auf die Wende im Spiel. Mehrmals bestand die Möglichkeit, auch eine Zwei-Tore-Führung auszubauen, doch jetzt fehlte auch das nötige Spielglück. Fünfmal landete der Ball am gegnerischen Gehäuse, zudem wurde beim 25:24 für den HSV kurz vor Schluss ein Strafwurf vergeben – Bretten machte im Gegenzug das Tor zum 25:25-Endstand.

 Co-Trainer Hendrik Nees fand nach dem Spiel die richtigen Worte: „Wir müssen endlich lernen, auch mit den äußeren Umständen in der Fremde umzugehen, dürfen uns auch nicht mit Diskussionen mit den Schiedsrichtern einlassen – das bringt nichts. Heute haben wir ganz klar einen Punkt verschenkt…“ Und sein Coach Daniel Müller fügte an: „Die Möglichkeiten für einen Sieg waren da, wir haben sie leider nicht genutzt. Dieses Mal haben wir in der hektischen Endphase nicht ruhigen Kopf bewahrt…“

 HSV: Lang, Rojban; Freiseis (6/2), Hoffmann, Schwögler (2), Anschütz (3), Gans (7), Hess (4), Dumitru, Meyer, Jost (1), Schinke (2). 

 teu  

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