HSV mit verdientem 28:25-Derbysieg zum Jahresende

Ausgelassen feierten die Spieler des HSV Hockenheim im hüpfenden Rund mit „Derbysieger“-Rufen unmittelbar nach der Schlusssirene in der Jahnhalle und anschließend auf der Weihnachtsfeier den verdienten 28:25 (17:14)-Erfolg über den Lokalrivalen HG Oftersheim/Schwetzingen 2 am Samstagabend. Nach einer insbesondere in der Schlussphase packenden Partie gelang der Kalabic-Truppe mit dem Sieg im Badenliga-Derby der ersehnte Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Mit einem Fünf-Punkte-Polster auf Tabellenschlusslicht Hardheim gehen die Rennstädter nun in die Winterpause. 

 

Die ohnehin angespannte Personalsituation des HSV verschärfte sich vor dem richtungsweisenden Spiel mit dem krankheitsbedingten Ausfall von Abwehrspezialist Sandro Ziegler. Für ihn agierte erstmals Neuzugang Johannes Fischer im Mittelblock. Überraschend stand von Beginn an Rechtsaußen Rouven Hoffmann auf dem Parkett und konnte trotz lädiertem Fuß durchspielen. Die erste Aktion des HSV vom Anwurf weg ließen noch nicht auf ein Happy End schließen: nach technischem Fehler von Rouven Müller gelang HG-Rechtsaußen Adrian Wiegand im Gegenstoß das schnelle 0:1. Doch der HSV fing sich umgehend. Florian Rech glich postwendend aus und leitete eine frühe Sturm- und Drangphase der Gastgeber ein. Gleich vier Mal scheiterten die HG-Schützen in den ersten Minuten am glänzend aufgelegten HSV-Schlussmann Robbie Sowden und Hockenheim übernahm dank druckvollem Angriffs- und Konterspiel bis zum 6:2 durch Hoffmann via Tempogegenstoß in der 10. Minute die Regie, ehe die Gäste mit der ersten Auszeit reagierten. Anschließend behielt der HSV weiter die Oberhand und baute seinen Vorsprung zur Mitte des ersten Durchgangs auf 12:5 aus. Trotz komfortabler Führung nach Rechs 13:7-Treffer nahm auch HSV-Coach Admir Kalabic sein Team ins Gebet und die strategischen Anweisungen des Trainers fruchteten umgehend: Eric Erles vollendete in Unterzahl einen sehenswerten Kempa-Trick auf Zuspiel von Denis Kalabic zum 14:7 nach zwanzig Minuten. Im Anschluss an Erles’ 15:8 per Siebenmeter geriet die Offensive der Hausherren zunehmend ins Stocken und die HG übte mit dem siebten Feldspieler im Angriff verstärkt Druck auf die bis dato gute Deckung des HSV aus. Dank eines Vier-Tore-Laufs verkürzte die HG wenige Minuten vor der Pause auf 15:13, konnte anschließend in Unterzahl jedoch nicht weiter aufholen und Florian Rech beendete mit dem 16:13 in der 28. Minute die sechsminütige HSV-Torflaute. Der Rückraumschütze markierte daraufhin auch den 17:14-Pausenstand.

 

Nach dem Seitenwechsel konnte der HSV die immer stärker aufspielenden Gäste bis zum 22:18 Mitte des zweiten Durchgangs durch Kreisläufer Tim Anschütz noch auf Distanz halten, ehe Willi Fink für die HG zehn Minuten vor dem Ende zum 23:23 ausglich und eine mitreißende Schlussphase einläutete. Nachdem Kalabic beim Siebenmeter an HG-Torwart Michael Hoppe scheiterte, gingen die Gäste unter großem Jubel der zahlreichen HG-Anhänger dank Wiegands viertem Siebenmetertreffer erstmals in Front (23:24 aus HSV-Sicht). Das Spiel drohte endgültig zu kippen, doch Erles erzielte mit etwas Lattenglück und Mithilfe des Keepers den 24:24-Ausgleich fünf Minuten vor Schluss. Nach starker Fußparade von Sowden sorgte Anschütz für die erneute HSV-Führung. Wenig später konnte sich Hockenheims Schlussmann abermals auszeichnen und Müller tankte sich zwei Minuten vor Schluss zum 26:24 durch. „Ruhig Blut!“, rief Trainer Kalabic seinen Jungs nach dem 25:26-Anschluss durch Oftersheims Besten Wiegand zu und erneut behielt Müller die Nerven und netzte eine Minute vor Spielende zum umjubelten 27:25 ein. Torwart Sowden markierte daraufhin mit seinem zweiten Treffer ins verwaiste Gästetor noch den 28:25-Endstand.

 

„Ich denke wir haben verdient gewonnen. Wir waren fast das ganze Spiel über in Führung und hatten einen Matchplan, den wir in der ersten Halbzeit sehr gut umgesetzt haben. Die Abwehr stand gut und wir hatten mit Robbie einen großen Rückhalt im Tor, das hat uns Sicherheit gegeben. Die einstudierten Aktionen im Angriff haben auch gut funktioniert. Natürlich hatten wir wieder diese obligatorischen Minuten, in denen wir uns vom Konzept entfernt haben. In der zweiten Hälfte konnten wir die Konzentration nicht mehr ganz so hochhalten, weil wir zu wenig Alternativen auf der Bank hatten. Rouven Hoffmann hätte eigentlich gar nicht spielen sollen, hat aber sechzig Minuten durchgehalten. Es kam dann zu einfachen Fehlern, aber am Ende hatten wir genügend Kraft und Cleverness, um zu gewinnen. Die ganze Mannschaft hat gekämpft und sich am Ende belohnt, das war ein wichtiger Sieg, auch für den Kopf“, so Trainer Admir Kalabic nach dem Spiel.

 

HSV: Robbie Sowden (2 Tore), Lukas Peter; Rouven Hoffmann (5), Florian Rech (7), Tim Anschütz (2), Rouven Müller (4), Johannes Fischer, Felix Gubernatis, Alexander Diehm, Eric Erles (6/1), Denis Kalabic (2/1), Manuel Haasis.

Benedikt Klenk (bkl)

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